Hessen Allgemeine Hochwasserlage

Herausgegeben vom HLNUG

##### Es gibt aktuellere Meldungen für diese Hochwasserdienstordnung! ######

Wetterlage

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) strömt heute von Norden zunehmend kalte Luft nach Hessen, die in der Nacht zum Sonntag unter Zwischenhocheinfluss von Westen abtrocknet. Im Süden fällt zunächst noch Regen, der ab dem Mittag im Odenwald in Schnee übergeht und dabei weiter an Intensität verliert. Im Norden tritt stellenweise etwas Schneefall oder gefrierender Sprühregen auf. In den zurückliegenden 24 Stunden wurden überwiegend in einem Streifen vom Westerwald über den Vogelsberg bis zur Röhn noch geringere Niederschläge registriert. Die höchste Niederschlagssumme wurde an der Station Schlüchtern-Herolz mit 12 l/m² gemessen.

Allgemeine Hochwasserlage

Das Hochwassergeschehen in Hessen hat sich inzwischen überwiegend auf die Mittel- und Unterläufe der größeren Gewässer verlagert und klingt dort langsam ab. Die Scheitelwasserstände wurden vielerorts bereits erreicht oder verharren noch auf erhöhtem Niveau. In den Oberläufen sind die Wasserstände hingegen überwiegend zurückgegangen, sodass dort die Meldestufen meist wieder unterschritten wurden. An den großen Flüssen Rhein und Main steigen die Wasserstände derzeit noch weiter an. In den vergangenen 24 Stunden kam es insgesamt zu 25 Meldestufenüberschreitungen. Aktuell befinden sich hessenweit noch zehn Pegel in Meldestufe 1 sowie die Pegel Gießen-Klärwerk/Lahn und Leun/Lahn in der Meldestufe 2.

Nord- und Osthessen

In Nord- und Osthessen befinden sich aktuell noch zwei Pegel in der Meldestufe 1. Betroffen sind die Fulda und die Eder. Am Pegel Bad Hersfeld1/Fulda sind die Pegelstände seit gestern Abend rückläufig. Die Meldestufe 1 wird hier nach aktuellen Prognosen voraussichtlich in den heutigen Mittagsstunden wieder unterschritten. Während die Wasserstände weiter flussabwärts am Pegel Rotenburg/Fulda ebenfalls zurückgehen, können diese in den Gewässerabschnitten des Unterlaufs der Fulda heute noch etwas ansteigen. Auch am Pegel Schmittlotheim/Eder sind seit Freitagabend rückläufige Wasserstände zu verzeichnen, die Hochwassermeldestufe 1 wird hier voraussichtlich heute Vormittag unterschritten. An Werra und Weser fallen die Wasserstände ebenfalls.

Mittelhessen

In Mittelhessen ist die Hochwasserlage weiter rückläufig. Der Pegel Etzelmühle/Salzböde hat bereits gestern die Meldestufe 2 unterschritten. Derzeit befinden sich noch sechs Pegel in Meldestufe 1 sowie die Pegel Gießen-Klärwerk/Lahn und Leun/Lahn in Meldestufe 2. Während die Wasserstände an den kleineren Gewässern überwiegend zurückgehen, fallen auch die Wasserstände am Pegel Gießen-Klärwerk/Lahn bereits. Am Pegel Leun/Lahn verharren die Wasserstände derzeit noch auf erhöhtem Niveau. Im weiteren Tagesverlauf werden jedoch an beiden Lahnpegeln sinkende Wasserstände und ein Unterschreiten der Meldestufe 2 erwartet. Damit hält der rückläufige Trend der Hochwasserlage in Mittelhessen an.

Südhessen

Auch in Südhessen haben sich die Hochwasserscheitel mittlerweile weitgehend in die Unterläufe der größeren Gewässer verlagert. Aktuell befinden sich noch zwei Pegel an der Kinzig in der Meldestufe 1. Während die Wasserstände bei Gelnhausen bereits stagnieren, werden weiter flussabwärts, am Pegel Hanau/Kinzig, im heutigen Tagesverlauf weiter steigende Pegelstände vorhergesagt. Eine Überschreitung der Meldestufe 2 ist hier nach derzeitigen Prognosen nicht zu erwarten.

Rhein, Main und Neckar

Am Pegel Rockenau/Neckar wurde der Hochwasserscheitel am frühen Abend des gestrigen Freitags etwas unterhalb der Meldestufe 2 registriert. Aktuell ist hier bei rückläufiger Tendenz die Meldestufe 1 überschritten. An Rhein und Main steigen die Wasserstände weiter an, wobei nach den aktuellen Vorhersagen aber keine Überschreitungen von Meldestufen erwartet werden.

Weitere Aussichten

Nach Angaben des DWD ist es in der Nacht zum Sonntag stark bewölkt, gebietsweise fällt noch etwas Schneegriesel. Von Nordwesten her lassen die Niederschläge nach, örtlich lockert die Bewölkung stärker auf. Am Sonntag wechseln sich sonnige Abschnitte mit dichteren Wolkenfeldern ab. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung von Westen her wieder zu, es bleibt jedoch tagsüber niederschlagsfrei. In der Nacht zum Montag greift ein neues Niederschlagsgebiet über. Zunächst fällt verbreitet Schnee, der in den Niederungen bis zum Morgen meist in Regen übergeht. Am Montag gestaltet sich das Wetter wechselhaft mit Schauern oder schauerartigem Regen. Schneefall wird dann überwiegend nur noch im Bergland erwartet. Während die Wasserstände an den kleineren Gewässern sowie in den Oberläufen der größeren Flüsse weiter zurückgehen, läuft die Hochwasserwelle in den Mittel- und Unterläufen der größeren Gewässer allmählich ab. Dort sind örtlich noch erhöhte, teils stagnierende Wasserstände zu verzeichnen. Insgesamt ist die Entwicklung deutlich rückläufig. Weitere Überschreitungen von Hochwassermeldestufen werden nach aktuellen Modellrechnungen derzeit nicht erwartet, bleiben jedoch von der weiteren Entwicklung der Wetterlage abhängig.