Wetterlage
Unter Tiefdruckeinfluss bleibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiterhin wechselhaft in Hessen. In der von Norden einfließenden maritimen Polarluft gehen die Niederschläge am Abend und in der Nacht zum Samstag allmählich in Schnee über. In den vergangenen 24 Stunden waren insbesondere in den Bereichen der Mittelgebirge weitere Niederschläge zu verzeichnen: Verbreitet fielen hessenweit 5 bis 15 l/m², am Vogelsberg wurden 21 l/m² (Station Grebenhain-Ilbeshausen-Hochwaldhausen) gemessen.
Allgemeine Hochwasserlage
Infolge der ergiebigen Niederschläge seit Mittwochnachmittag in Kombination mit regional abschmelzendem Schnee werden vor allem in den Mittel- und Unterläufen der größeren Gewässer weiter steigende Pegelstände erwartet. Bisher kam es an 30 Pegeln zur Überschreitung der Meldestufe 1 an vier Pegeln wurde die Meldestufe 2 überschritten. Derzeit ist hessenweit an 18 Pegeln jeweils die Meldestufe 1 und an zwei Pegeln (Gießen-Klärwerk/Lahn und Etzelmühle/Salzböde) die Meldestufe 2 überschritten.
Nord- und Osthessen
In Nord- und Osthessen befinden sich aktuell sieben Pegel in der Meldestufe 1. Betroffen sind hier vor allem die Fulda und der Teile des Edergebietes. Während die Wasserstände am Pegel Unter-Schwarz/Fulda bereits zurückgehen, steigen diese im Mittel- und Unterlauf der Fulda weiterhin an. Eine Überschreitung der Meldestufe 2 am Pegel Bad Hersfeld 1/Fulda wird nach derzeitigem Stand nicht erwartet. Auch an der Eder sind aktuell noch steigende Pegelstände (Schmittlotheim/Eder) zu verzeichnen, der Scheitelwasserstand wird hier für den Nachmittag im Bereich der Meldestufe 1 vorhergesagt. An den hessischen Abschnitten von Werra und Weser steigen die Pegel ebenfalls an. Derzeit werden hier keine Überschreitungen von Hochwassermeldestufen erwartet.
Mittelhessen
In Mittelhessen befinden sich heute Morgen sieben Pegel in der Meldestufe 1 sowie die Pegel Etzelmühle/Salzböde und Gießen-Klärwerk/Lahn in der Meldestufe 2. Am gestrigen Abend wurde auch am Pegel Bartenhausen/Wohra kurzzeitig die Meldestufe 2 erreicht. Während die Wasserstände in den kleineren Gewässern meist schon wieder fallen, befindet sich der Scheitel der Hochwasserwelle an der Lahn momentan ungefähr im Bereich der Ohmmündung. Auf Basis der aktuellen Vorhersagen wird heute Mittag am Pegel Leun/Lahn die Meldestufe 2 knapp verfehlt. Weiter unterhalb wird im Tagesverlauf an der Lahn am Pegel Diez und am Pegel Kalkofen ebenfalls noch jeweils die Meldestufe 1 erreicht. Am Wochenende wird sich die Hochwassersituation in Mittelhessen allmählich entschärfen.
Südhessen
Aktuell befinden sich in Südhessen drei Pegel in der Meldestufe 1, insbesondere das Einzugsgebiet der Kinzig ist betroffen. In den nächsten Stunden kann der Wasserstand in den Gewässern immer wieder etwas ansteigen. Im Unterlauf der Kinzig ist der Scheitel der Hochwasserwelle noch nicht angekommen. Nach aktuellen Modellprognosen kommt es nicht zum Überschreiten der Meldestufe 2, weitere Überschreitungen der Meldestufe 1 können allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Rhein, Main und Neckar
Kurz vor Mitternacht wurde gestern am Pegel Rockenau/Neckar die Meldestufe 1 überschritten. Derzeit steigen die Wasserstände dort weiter an. Nach den derzeitigen Prognosen wird der Scheitel am heutigen Abend ungefähr im Bereich der Meldestufe 2 erwartet. Auch an Rhein und Main steigen die Wasserstände weiter an, wobei nach den aktuellen Vorhersagen aber keine Überschreitungen von Meldestufen erwartet werden.
Weitere Aussichten
Heute ist es nach Angaben des DWD stark bewölkt bis bedeckt mit zeitweise etwas Regen. In der Nacht zum Samstag werden örtlich leichte Schneefälle oder Schneegriesel, in Südhessen meist noch Regen erwartet. Am Samstag kommt es im Süden Hessens im Tiefland anfangs zu Regen, der hier rasch in Schnee übergeht, später von der Intensität nachlassend. Im Norden werden geringer Schneegriesel oder örtlich gefrierender Sprühregen prognostiziert. Während die Wasserstände an den kleineren Gewässern und in den Oberläufen der größeren Gewässer meist wieder rückläufig sind, werden insbesondere in den Mittel- und Unterläufen der größeren Gewässer vielerorts weiter steigende Wasserstände erwartet. Hierbei ist vereinzelt mit weiteren Überschreitungen von Hochwassermeldestufen zu rechnen.